On Sun, 30 Jan 2022, Christian Imhorst wrote:

"Diese geradezu orwellsche Umkehrung der Bedeutung von positiv besetzten Begriffen wie 'Gemeinschaft', 'Zusammenarbeit' und 'Offenheit' ist ein typisches Merkmal des Überwachungskapitalismus, in dem die Geschäftsmodelle auf dem Abschöpfen persönlicher Daten basieren."

Den letzten Nebensatz lese ich so nicht in dem englischen Artikel.


Der Artikel sagt zum Thema Linux-Kernel: "But the public licence obliged Google to publish the source code of its modifications to this free software, so Google developed its own operating system, Fuchsia, which is not subject to a copyleft licence."

Naja, immerhin ist Fuchsia freie Software, nur halt laut Wikipedia mit BSD-, MIT- und Apache-Lizenzen.

Vergleichbares Beispiel wäre der GNU-C-Compiler: Da hat Apple mit LLVM/Clang ein Uni-Projekt ohne Copyleft übernommen, um nicht GCC mit Copyleft nehmen zu müssen.

Aber der Riss zwischen Copyleft und nicht-Copyleft geht ja mitten durch die Entwickler-... äh... Gemeinschaft, und verläuft nicht zwischen Entwicklern hier und Großkonzernen dort.


Die Autoren erheben den Vorwurf "Companies that publish code on GitHub also stress the ‘community governance’ of their projects, as anyone can submit a change for approval by the original author — allowing commercial companies to retain final say, while creating the illusion of horizontality."

Das halte ich bei meinen Freie-Software-Projekten nicht anders. Ich nehme nicht jede zugeworfene Änderung unverändert auf. Ich diskutiere das mit den Einsendern und bin auch für die Korrektheit, Konsistenz mit dem restlichen Code und der weiteren Wartung des neuen Codes verantwortlich. Wer Änderungen im Code haben will, die ich nicht akzeptiere, der muss "downstream" seine Änderungen pflegen und fortwährend mit meinen Aktualisierungen verheiraten, oder aber einen Fork beginnen oder aber schauen, ob er statt Änderungen Zusatzfunktionen in einem eigenen Paket zusammenstellt. All das wird auch durch die BSD-Lizenz&et.al. ermöglicht.
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