Gestern gab es in ORF-Bundesland heute OÖ einen Bericht (mit jenem Titel) über einige kürzlich stattgefundene Bergrettungseinsätze, die teilweise mit falsch eingetragenen Pfaden in der OSM oder der Verwendung von ungeeigneten Karten zum Bergwandern zu tun haben. Zu einem der Fälle gabs kürzlich auch einen Bericht in den OÖN. Siehe:

https://ooe.orf.at/stories/3064030/
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/abkuerzung-per-routenapp-aufwendige-rettungsaktion-im-toten-gebirge;art4,3286408

Beim Fall am Mittagkogel geht's vermutlich um die Strecke vom Rinnerkogel (2012 m) zum Mittagkogel (1823 m) und in weiterer Folge über die Grünbergalm runter zum Offensee:
https://www.openstreetmap.org/#map=15/47.7238/13.8372

Ich muss sagen, ich kenne den Weg und Gegebenheiten vorort nicht, aber es hört sich für mich an dass sich der Mapper damals Gedanken darüber gemacht hat und Schwierigkeit und Sichtbarkeit so bewertet, dass er als schlecht sichtbarer, sehr schwieriger alpiner Steig eingetragen ist. Der Pfad hat "sac_scale=demanding_alpine_hiking" und "trail_visibility=horrible"

Nun das große Problem aus meiner Sicht: Es gibt nur sehr wenige Karte die diese OSM-Skalen auch darstellen und man schon bei der Planung oder später unterwegs sieht, was für ein Pfad einem in etwa erwartet. Wenn ihr euch den obigen Openstreetmap-Link anschaut sehen darauf alle Pfade gleich aus, ein rot gepunktete Linie. Also ein kaum sichtbarer hochalpiner Steig genauso wie ein einfaches, bestens markiertes Wanderwegerl durch flachen Wald.

Vorbildlich wird dies soweit mir bekannt nur z.b. auf OpenAndroMaps-Karten dargestellt (die ich selber schon lange als Standarkarte am Handy verwende) wo Pfade nach Farben (=Schwierigkeit) und Strichlängen (=Sichtbarkeit) zu unterschieden sind. Der angesprochene Weg ist darin schwarz (sehr schwer) und punktiert (sehr schlechte sichtbarkeit) dargestellt.

Letztendlich bleibt die Eigenverantwortlichkeit das man sich vor so einer alpinen Tour über geeignetes Kartenmaterial informiert. Und zweitens muss man sich ev. als Kartenanbieter auch fragen ob ich wirklich jedes hochalpine Steiglein aus den OSM-Daten in meine Karte einzeichne, wenn diese darin nicht von gewöhnlichen, gefahrlosen Wanderwegerl unterscheidbar sind.

Dann wird vom Bergrettungsmann im ORF-Bericht noch ein Steig nördlich des Krippensteins erwähnt bzw. am PC gezeigt, der angeblich gar nicht vorhanden ist und auch schon zu Einsätzen geführt hat. Was damit machen? Ihn löschen und der Bergrettung über die Löschung Bescheid geben? Oder vorher mit ihr Kontakt aufnehmen und fragen welche Abschnitte genau zu löschen sind? Er hat gesagt er hätte zum "Kartenanbieter" Kontakt aufgenommen, aber scheinbar ohne "Erfolg", der Pfad dürfte immer noch vorhanden sein.
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