Moin Johann,

eine Wesentliche Frage bei solchen Konstruktionen ist die
*Verteilung von Macht*

Sobald formale Gebilde installiert werden,
tauchen immer Fragen auf wie:
- was sind die Ziele?
- wer legt diese fest?
- wer darf was?
- wer darf was nicht?
- wer muss erst fragen? wen?
- wer trifft Entscheidungen? wie?
- wer informiert wen?
- wie ist das Machtverhältnis zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern?
- wie werden Interessensunterschiede berücksichtigt
- wie werden Konflikte gelöst?

Bis jetzt ist OSM eine Technokratie.

Entscheidungen werden von Programmierern und Server-Admins getroffen.
Vermutlich sind viele in der OSMF organisiert.
Wobei die OSMF (mir) recht intransparent erscheint.

Andererseits leben wir das Prinzip der "Graswurzelrevolution":
jeder macht was er will.

Einige nennen es "Basar Stil":
jeder macht was er will - wenn (viele) andere mitmachen, dann verbreitet es sich.

Die Macht lieg bei denjenigen, die einen Vorsprung haben:
- technologisch
- informatorisch
- politisch
- oder einfach mehr Zeit zur Verfügung haben (Vielschreiber)
oder lauter und mächtiger auftreten

Ich würde die Frage in 3 Abteilungen splitten:

Du beschreibst vier.

Weiter wären:

e) Unterstützer, die dafür einen Förderverein gründen
vergleichbar mit b) aber streng begrenzt auf reine Unterstützung
(ohne eigene "hidden Agenda" - nicht unproblematisch, denn Geld ist Macht).

f) ...

a) Man hat Leute, die unbedingt inhaltliche Arbeit leisten möchten und
nicht so viel Lust auf Verwaltungsoverhead, Geschäftsordnung,
Rechenschaftsberichte haben: -> ständige Arbeitsgruppe im FOSGIS

b) Man hat Leute, die gern einen Verein betreiben möchten und es toll
finden, dass sie mit OSM ein Satzungsziel verfolgen können, welches gut
vermittelbar ist und das potentiell viele Mitglieder und viel
Community-Orga perspektivisch ermöglichst. (Aufkleber, Stammtischorga,
Messestände, Jahreshauptversammlungen, Schulungen, Jährliche
Preisverleihungen, Stipendien, Mitglieder-Rabattaktionen bei
Partnerunternehmen/Versicherungen)

c) Man hat Leute, die sagen, sie würden sich nicht trauen, für OSM die
Werbetrommel zu rühren, ohne dass sie offizielle OSM-Vereinsvertreter seien.

d) Eine Arbeitsgruppe im FOSGIS ist gescheitert, weil die inhaltlichen
Differenzen zwischen den OSMlern und den FOSGISlern nicht überbrückbar
sind in welcher Art auch immer und daher ein eigener Trägerverein solche
Konflikte sinnvoll vermeidet.


welches Szenario wir gerade haben

Vermutlich haben wir alle irgendwo.
Je nach Blickwinkel sehen wir aber manchmal nur ein bestimmtes Szenario.

was wir anstreben sollten

Das kann man m.E. erst sinnvoll diskutieren,
wenn man weiss, welche Ziele man gemeinsam verfolgen will :-)

*Transparenz* wäre mir wichtig
*OSM die freie Weltkarte* ebenfalls

Mit herzlichem Gruss,
Markus


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