Hallo Matthias,

Am 19. Januar 2016 um 17:20 schrieb Matthias Bock <[email protected]>:
> Moin zusammen,
>
>
>
> ich habe nicht die ganze Diskussion mitbekommen und gehöre auch bei weitem
> nicht zum Kernteam, würde aber gerne noch einen Vorschlag in den Raum
> werfen, mit dem vielleicht mehr Menschen besser leben können als jetzt. Dem
> Beschluss würde er m.E. auch nicht widersprechen.
>
>
>
> Die Versorgung von Flüchtlingsunterkünften ist nach meinem Verständnis eine
> außergewöhnliche Aufgabe für Freifunk, sowohl technisch als auch was die
> Frage angeht, welche Kompromisse man eingehen will.
>
>
>
> Wie wäre es, wenn man die Versorgung der Unterkünfte, für die Geld fließt,
> technisch und auch organisatorisch etwas abgrenzt? Man könnte sagen, dass
> Freifunk hier die Anbindung der Unterkünfte im Wesentlichen mit Know-How
> unterstützt.

Mir ist es wichtig, dass die Community nach wie vor definiert, was
technisch gewollt ist und was gemacht werden soll. Nicht alles was man
machen kann, entspricht unserem Freifunk Gedanken. Am Ende wollen wir
weiterhin Freifunk bauen, nicht einfach nur Access Points.

>
> Technisch könnte man ein eher Infrastruktur-mäßiges Setup verwenden, also
> komplett auf Meshing verzichten, mehrere Funk-Kanäle nutzen, das Layer2-Netz
> im Haus lassen und die Clients über NAT und (irgendeinen) VPN-Tunnel
> anbinden.

In Unterkünften ist es auf jeden Fall angebracht, nur übers Kabel zu
meshen. Ob man nun eigene Layer 2 Segmente hochzieht mit NAT davor,
muss überlegt werden.
"irgendein VPN-Tunnel" muss auch am anderen Ende gepflegt werden,
daher wäre es schön, wenn hier möglichst die überall genutzten
Technologien genutzt werden. Eine Lösung könnte hierbei sein, die
Firmware um die Möglichkeit zu erweitern, auf den Client Ports ein
separates Client Netz mit NAT zu aktivieren, sodass es von hier weiter
an die Access Points in der Unterkunft gehen kann.

>
>
>
> Neben der Tatsache, dass man eine für diesen Anwendungsfall optimierte
> Lösung hätte, würden sich auch für das jetzige Freifunk-Netz Vorteile
> ergeben, bzw. Nachteile ausbleiben. Man würde nicht plötzlich tausende neue
> Clients auf das Layer-2-Netz loslassen und könnte beim „organischen“
> Wachstum bleiben. Genauso wenig müsste man überstürzt Änderungen an der
> Firmware vornehmen, die man sonst vielleicht nicht vornehmen würde.

Ich würde gerne technische Schnellschüsse vermeiden. Wir müssen die
Wartbarkeit erhalten (wie sie unsere bisherige Firmware bietet) und
Nachhaltigkeit (in dem Sinne das Neuentwicklungen an vielen Stellen
genutzt werden können) sicherstellen. Gerade diese beiden Punkte
implizieren, dass wir auf Methoden zurückgreifen, die sich als
geeignet erwiesen haben, um den langfristigen Aufwand gering zu
halten.
Dazu gehört zum Beispiel der sogenannte Autoupdater und damit die
Nutzung unserer Firmware. Dazu gehört auch eine Anbindung aller Nodes
über die gleiche VPN-Technologie.

>
>
>
> Ein wesentlicher Nachteil bestünde darin, dass man eine zweite Konfiguration
> hätte, die anders zu warten wäre als der Rest. Aus meiner Sicht wäre es aber
> absolut machbar, hierfür zwei bis fünf Menschen zu finden, die sich eben
> diesem Ableger widmen. Ferner könnte vermutlich auch die Wartung abgerechnet
> werden – wenn das WLAN nicht mehr geht, muss halt ein Techniker kommen und
> der schreibt halt eine Rechnung.

Wir haben auch so schon Probleme, genug Leute zu finden und dabei zu
behalten. Hier wäre es schön, wenn diese 2-5 zusätzlichen Menschen
generell bei Freifunk mitarbeiten würden, nicht nur an einer schwer
wartbaren technischen Sonderlösung. Genau diese Wartbarkeit ist etwas,
was wir unbedingt auf ein Minimum reduzieren müssen und dabei sicher
stellen müssen, dass Verantwortliche einfach wechseln können. Sprich:
Eine technische Lösung, die auch woanders eingesetzt wird.

>
>
>
> Für das Verhältnis von ehrenamtlicher Freifunker-Arbeit zur
> Kommerzialisierung wäre sichergestellt, dass eine Installation, für die Geld
> fließt, nicht wesentlich die FF-Infrastruktur und damit die Ehrenamtlichen
> belastet. Aus Sicht der Stadt Hamburg, der unsere Diskussion vollkommen egal
> sein dürfte, war es dann trotzdem Freifunk, die für WLAN gesorgt haben. Die
> Dachbegehungs-Bonuspunkte blieben Freifunk erhalten.

Die wesentliche Belastung der Infrastruktur ist schon durch das Routen
des Traffics über unsere Infrastruktur gegeben. Zu verhindern, dass
unsere Broadcastdomäne noch größer wird, muss Ziel der Lösungen sein
(wie oben skizziert, z.B. durch die Möglichkeit, ein eigenes,
abgetrenntes Subnetz an den gelben Ports eines Routers in der Firmware
zu aktivieren).

>
>
>
>
>
> Sollte der Vorschlag Anklang finden, werde ich ihn gerne weiter
> konkretisieren bzw. mit denjenigen ausarbeiten, die sich dazu berufen
> fühlen…

Lass uns bitte, wie gestern besprochen, einen Firmware und
Infrastruktur Abend zum Thema Flüchtlingsunterkünfte machen und dort
überlegen, was sinnig ist und wie wir die Wartbarkeit und
Nachhaltigkeit dabei garantieren.

>
>
>
>
>
> VG
>
>
>
> Matthias

Viele Grüße Leo

>
>
>
> _______________________________________________
> Freifunk mailing list
> [email protected]
> https://www.hamburg.ccc.de/mailman/listinfo/freifunk

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