Hallo Markus.

Inwieweit das ein Thema für ein Treffen von ein paar Stunden oder Tagen sein kann, weiß ich nicht, denn das ist 'ne ganz schön große Kiste, die du da als Thema hinstellst.
Nichtsdestotrotz sind die Fragen aber, denke ich, ziemlich richtig.

Auf der einen Seite sollten die Daten sauber sein, auf der anderen Seite fordert das für Renderer immer komplexere Gebilde. Auf der einen Seite sollen die Daten handhabbar bleiben, auf der anderen Seite ist es schön, genau das Detail zu finden, das ich wirklich grade brauche.

Ich denke, eigentlich fehlt trotz vieler Bemühungen immer noch ein Zwischenschritt in der Pipeline, die das OSM-Universum bildet:
(a) Wir haben Mapper,
(b) wir haben Daten, die wir Anwendern geben können,
(d) es existieren Anwendungen wie Renderer/Karten, Router, Kunstanwendungen, Suchmaschinen und so weiter.

c hab ich bewusst ausgelassen - da fehlt irgendwie noch was: Eine gut zu verwendende Verarbeitungsschicht, die man Anwendungsentwicklern an die Hand geben kann, ohne dass die erst monatelange Einarbeitungszeit brauchen. Osmosis gehört in diese Kategorie und ist zweifelsohne ein extrem nützliches Tool. Es gibt allerdings auch für osmosis diverse Anwendungen, die immer wieder vorkommen und nützlich wären: - Wie generiere ich aus einem planet oder Gebietsextrakt einen Routinggraphen? Ich bräuchte eine halbwegs passende osmosis-Pipeline und vermutlich ein SQL-Script zur Datenbank-Nachbearbeitung, um einen einfachen Graphen zu erzeugen - das Speziellere Erzeugen für bestimmte Anwendungen, die Bildung von Contraction-Hierarchies oder sonstwas meine ich hier nicht. - Ich hätte gerne ein generalisiertes Eisenbahn-Netz (ja, das wäre genau das collapsing von parallelen Strecken - aber genau darum geht es mir ja: Wieso soll sowas von jedem Renderer extra unterstützt werden?) - Analog zur Generalisierung von Flächen (Häuser zu landuse=residential zusammenfassen und so weiter)

Im Grunde gibt es zwei Ansätze, die man da fahren kann:
Man kann weiter so taggen, dass die Renderer, die bereits existieren, damit ohne Änderungen umgehen können - und damit die Datenbank entsprechend begrenzen, oder man setzt eben bei den Renderern selbst oder zwischen Renderern und Datenbank an.

Ich würde letzteres bevorzugen.

Gruß
Peter

Am 27.05.2011 09:19, schrieb Markus:
Ich möchte gern mal über "quo vadis" sprechen...

Einerseits lässt unsere Datenbank beliebige Detailliertheit zu
(Mikromapping, Einzelgeleise, Vorhausgärten, Parkplätze, Bäume, etc)

Andererseits brauchen wir kartografisch sinnvolle Generalisierung,
und routentechnische Berechnungseffizienz.

Einerseits gibt es das Credo: "wir arbeiten nicht für den Renderer",
andererseits geschieht genau dies permanent, denn der Benutzer beurteilt Qualität anhand dessen was er sieht.

Zunehmend werden komplexe (und auch nicht so komplexe) Zusammenhänge in Relationen abgebildet, die sowohl vom Benutzer als auch vom Renderer nur schwer zu handhaben sind. Fehler werden dadurch drastisch zunehmen.

Zunehmend geht die Nutzung von Punkten und Flächen und Namen wirr durcheinander.

Vor allem für neue Benutzer (es werden immer mehr :-) ) scheint es m.E dringend erforderlich, ihnen für sie nachvollziehbare Empfehlungen incl. erklärender Begründung an die Hand zu geben.

Dabei müssen wir darauf achten, dass wir die Freiheit (die Intelligenz der Masse) bewahren - denn sie ist eine unserer grössten Ressourcen und Qualitäten.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir uns dazu mal treffen und gemeinsam Lösungen suchen:
Daten-Spezialisten, Kartografen, Routing-Spezialisten, Generalisten...

Wäre das nicht ein Thema für ein nächstes Treffen im Linux-Haus?

Gruss, Markus

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