Frederik Ramm schrieb: > Ich wiederhole mich: OpenStreetMap hat niemals das Ziel gehabt, Google > Maps zu ersetzen. OpenStreetMap will nicht primaer die Benutzergruppe > ansprechen, die Google Maps anspricht.
Das kann man so pauschal nicht sagen, denn wer ist OpenStreetMap überhaupt? Wollen wir uns die nächsten fünfzig Jahre auf die ursprüngliche Idee einschränken? Denn letztenendes sind wir doch alle OSM und sollten daher auch gemeinsam in der Lage sein, vergangene Entscheidungen in der Zukunft zu überdenken und ggf. davon abweichende Entscheidungen zu treffen. Man muss diesen Leitgedanken im historischen Kontext sehen, um zu begreifen, warum es so ist, wie er ist. Dieser Satz stammt aus einer Zeit, als ein paar Fleckem um London gemappt waren. Damals hatte man wohl den Traum aber keinesfalls die Vorstellung, dass in fünf Jahren aus der kleinen Idee, aus Frust geboren, ein rießiges, internationales Projekt wird. Damals ging es primär darum, die Datenbasis zu erweitern. Nun werden aber immer mehr Teile der Karte vor allem in Europa faktisch "fertig" und wir haben Material, das konkurrenzfähig mit z.B. Google ist. Zu der Zeit, aus der dieser Satz stammt, war dies völlig undekbar. Ich denke, wir sollten genau diesen Umbruch der Grundidee jetzt oder in den kommenden Monaten begehen. Es gilt, alle "Werbekanäle", die uns zur Verfügung stehen, zu nutzen um so OSM noch weiter bekannt zu machen. Wir *haben* jetzt das Material, um einen Mitbewerber für Google zu kreieren - uns fehlt nur noch die Funktionalität. OSM kann im Punkto Einsteigerfreundlichkeit nach oben hin noch weit wachsen. Die Walking Papers sind hoffentlich nur der Anfang einer Entwicklung, die ich sehr begrüße. Wir können nicht von jedem verlangen, dass er sich intensiv mit OSM auseinandersetzt. Allerdings sind viele Menschen bereit, uns zu unterstützen, wenn wir die Schwelle etwas niedriger setzen und den Menschen zeigen, zu was wir in der Lage sind. Wir haben das Potential, den Leuten zu beweisen, dass man für gute Karten keine Wagenflotte und zehntausend Mitarbeiter braucht sondern dass solch ein Projekt von der Bürgergemeinschaft getragen werden kann. Wenn jeder seinen kleinen Stein auf den Haufen wirft, kann ein rießiger Berg entstehen, auch wenn mein eigener Aufwand daran minimal ist. Ich bin in jedem Fall dafür, unsere Paradigmein zu überdenken und einen Weg hin zu mehr Nutzerfreundlichkeit gehen. Wir haben es nicht mehr länger nötig, uns hinter Google und anderen Anbietern von Onlinekarten zu verstecken. Es muss nicht alles zentralisiert ablaufen, aber ein Portal, dass mit Google vergleichbar ist oder dessen Funktionalität sogar übersteigt ist in meinen Augen die logische Konsequenz aus der bisherigen Richtung, die OSM geht. OSM darf kein Nerdprojekt bleiben. Es muss auch der 70-jährigen Oma der Weg zu OSM geöffnet werden, so dass sie es auf ihre Weise unterstützen kann. In diesem Sinne, André Reichelt
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