Hallo zusammen, Danke Peter für den Hinweis auf die StAGN-Publikation von 2002. Ich hatte mich dort nach Markus Hinweis auch getummelt, aber diesen interessanten Artikel übersehen.
Das Thema der historischen Ortsnamen hat mich auch weiter beschäftigt. So habe ich im guten alten Diercke-Atlas, allerdings in einer aktuellen Ausgabe von 2015, nachgeguckt und auch dort in den früheren deutschen Ostgebieten auch die deutschen Namen wiederentdeckt, der polnische Name wurde in Klammern gesetzt, wie z. B. bei Zoppot (Sopot), einer Kurstadt bei Danzig. In der Karte von openstreetmap.de, wo die Karte in einem "deutschen" Kartenstil gerendert ist (korrigiert mich, wenn ich was falsches sage :-), gibt es für viele ehemals deutsche Siedlungsgebiete die Zweisprachigkeit, mit Eintragungen unter "name.de=...". Dies ist mir in Siebenbürgen (Rumänien), im Sudetenland (den Randgebieten von Tschechien), in Schlesien (Südwestpolen) fast flächendeckend ins Auge gefallen, wie z. B. bei Sibiu/Hermannstadt, aber auch kleinen Dörfern. Das ehemalige Westpreussen (Woiwodschaft Pomorze und Teile angrenzender Woiwodschaften in Polen) ist dazu im Gegensatz nur in kleinen Teilen zweisprachig. Die Frage ist, setzt man hier Grenzen und wenn ja, wo? Wir sind ja gerade auf der Suche nach Regeln. Nun hätte ich eine Frage. Warum sind im nördlichen Teil des ehemaligen Ostpreußen (Oblast Kaliningrad) überhaupt keine deutschen Namen unter https://www.openstreetmap.de/karte.html zu finden? Hier steht der russische Name, erst in kyrillisch und darunter in lateinischer Schreibweise. In der Datenbank ist folgendes eingetragen: "name:de=Kaliningrad". Ich habe hier mal experimentiert und bei "name:de=Kaliningrad/Königsberg" eingetragen, was sicherlich auch nicht richtig ist. Aber es bleibt bei der Anzeige der kyrillischen und lateinischen Schreibweise des russischen Namens Königsberg. Hier ist sicherlich, die "Rendering-Programmierung" :-) so, dass garnicht die Ortsbezeichnung von "name:de..." für die Karte verwandt wird. Ich finde bei Königsberg, muss man über einen Zusatz des deutschen Ortsnamens nicht streiten, oder? Zu guter Letzt hätte ich noch einen Hinweis auf ein Historisches Ortsnamenverzeichnis (lizenzfreie Datenbank) mit historischen deutschen Ortsnamen des Bundesamtes für Kartografie und Geodesie: http://www.geodatenzentrum.de/geodaten/gdz_rahmen.gdz_div?gdz_spr=deu&gdz_akt_zeile=3&gdz_anz_zeile=5&gdz_unt_zeile=0&gdz_user_id=0 Eine kleine Einführung dazu in der folgenden Dokumentation: http://www.geodatenzentrum.de/docpdf/HistoNamen_deu.pdf. Könnte diese Datenbank für einen "Import" in die deutsche OSM-Karte benutzt werden? Hier liesse sich z. B. für den westpreußischen Ort "Meisterswalde", Kreis Danziger Höhe, Freie Stadt Danzig (ab 1920), heute: Mierzeszyn folgendes eintragen - bitte korrigieren, falls falsch bezeichnet :-/: old_name:de:<1920=Meisterswalde old_name:de:1920-1939=Meisterswalde old_name:de:1939=Meisterswalde Ein spannendes, aber auch schwieriges Thema, wie ich finde. Viele Grüße Burkhard ---------------------------------------------------------------------------------------- Burkhard Burau Heinrich-Lübke-Str. 29, 51375 Leverkusen, Deutschland/Germany Telefon: 0214 - 734 62 60 Handy: 0151 - 70 14 60 97 E-Mail: [email protected] -----Original-Nachricht----- Betreff: [Talk-de] Fwd: Genealogie - [war: Neuvorstellung und Frage zu historischen Ortsnamen] Datum: 2019-05-30T23:21:14+0200 Von: "peterosm" <[email protected]> An: "[email protected]" <[email protected]> Hallo Burkhard, hallo Markus, zum Thema StAGN und zum Mappen deutschsprachiger Ortsnamen im heutigen Polen. Zuerst einmal vielen Dank an Markus für den interessanten Hinweis auf den "Ständigen Ausschuss für Geographische Namen (StAGN)". Dort sind in der Publikation "Ausgewählte Exonyme der deutschen Sprache - Deutsche Namen und ihre phonetische Umschriftung für geographische Objekte in Ländern oder Gebieten ohne deutsche Amtssprache" 2. Ausgabe 2002 (http://www.stagn.de/SharedDocs/Downloads/DE/StAGN_Publikationen/020809_Exoliste_hoch_RH_JS.pdf?__blob=publicationFile&v=3) neben Hauptstädten auch viele andere Ortsnamen in ihrer empfohlenen deutschen Fassung wiedergegeben. Obwohl es sich in dem o.a. Dokument nur um eine Auswahl handelt, sind dort allein über 60 polnische Orte mit ihren deutschen Namen benannt, von "Auschwitz (Oświęcim)" über "Danzig (Gdańsk)" und "Schneekoppe (Śnieżka)" bis "Zoppot (Sopot)". Aus meiner Sicht spricht daher nichts dagegen, diese auch heute noch gültigen Exonyme (politisch korrekt) als "name:de=" zu taggen und nicht als "old_name:de=" bzw. alte/ehemalige/nicht mehr gültige Namen. Mit besten Grüßen Peter Am 29.05.2019 um 10:00 schrieb Markus: > Hallo Burkhard > > . . . > Was würde denn passieren, wenn ich bei einen heute polnischen Ort im OSM, z. B. mit "name:de=..." einen früheren deutschen Ortsnamen ergänzen würde. > Das wäre irreführend. > Heute haben diese Orte einen polnischen Namen. > Wird leider oft noch falsch eingetragen :-( > > Ausnahmen gibt es für Staaten und deren Hauptstadt. > Diese dürfen laut STAGN politisch korrekt auch in die eigene Sprache > übertragen werden: > name=Polska, name:de=Polen > name=Warszawa, name:de=Warschau > > Gdańsk hingegen: > name=Gdańsk > name:csb=Gduńsk > old_name:??:von-bis=Gyddanyzc (so um 1000 n.Chr?) > old_name:de:von-bis=Danzig (vermutlich bis 1945?) . . . _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

