Martin,
ich denke es bleibt so lange ein "heißes" Thema, solange meine
Generation (Mitte 40), also die letzte, welche die DDR noch bewußt
erlebt hat, jeden Tag den Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart
und Ausblick auf die Zukunft und vor allem Ost und West, alt und neu und
wie man's noch alles umschreiben will (statt gemeinsamen Konsens zu
finden), auf's tägliche Brot geschmiert bekommt. Egal ob in den Medien
oder im alltäglichen Sprachgebrauch, beim Blick in die Lohntüte, oder,
oder, oder... Und ich muss Dir ganz ehrlich sagen, nach 28 Jahren
Schmierenkomödie, habe ich's schlicht und ergreifend satt, immer wieder
C-Führungskader vor die Nase gesetzt zu bekommen, nur weil der oder die
dank Geburtsort für den er/sie nichteinmal etwas kann, besser
qualifiziert ist, als Leute von hier mit mindestens gleichwertigem oder
besserem Qualifikationsstand anhand nachweisbarer Fakten. Mein Interesse
an BaWü, Hessen oder Hamburg tendiert gegen Null, meine Heimat ist dort,
wo ich lebe, dort schmeckt mir das Wasser, dort verstehe ich die
Menschen (nicht nur vom Dialekt), dort schmeckt mir das Essen und ich
bin nach dem Schlafen tatsächlich ausgeruht. Ich bin zu jung um
Repressalien in der DDR ausgesetzt gewesen zu sein und alt genug, um
tatsächlich Vergleiche zwischen Vergangenheit und Gegenwart vorzunehmen
und betrachte die Wendezeit mit Ihren Möglichkeiten als vertane Chance
es besser zu machen. Ob wir - wir alle - noch eine kriegen, wage ich mit
der derzeitigen weltpolitischen Lage ernsthaft zu bezweifeln, und nein,
die Amerikaner haben nicht die Einheit ermöglicht!
Gruß Sepp
Am 13.10.2018 17:27 schrieb Martin Koppenhoefer:
sent from a phone
On 11. Oct 2018, at 21:28, [email protected] wrote:
würdes Du bitte, wenn Du von Neuen Bundesländern sprichst, bzw.
schreibst, im Umkehrschluss auch von Gebrauchten Bundesländern
schreiben?
ist AFAIK immer noch das übliche Wort, weil „Ostdeutschland“ oder
„Ex-DDR“ damals in der Zeit nach der Wiedervereinigung in den Verdacht
geraten war, abwertend gemeint oder verstanden worden zu sein.
Neue Bundesländer passt zugegebenermaßen nicht mehr gut, „neu“ nach 28
Jahren zusammen sein, wäre es vielleicht mittlerweile angebracht, zu
einem neuen Term zu wechseln? Da es Altbundesländer gibt, wie wäre es
mit Jungbundesländern?
Überlegt mal, die Mauer gab es von 1961 bis 1989, 28 Jahre lang, d.h.
sie ist schon länger weg als sie da war, und trotzdem scheint das noch
ein heisses Thema zu sein ;-)
Gruß, Martin
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