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> Am 09.07.2015 um 19:36 schrieb Christoph Hormann <[email protected]>:
> 
> Mit dem Aufkommen von 3D-Spielen und Hardware-3D-Rendering begann man 
> dann, alles in explizite Dreiecksmodelle zu gießen - bis die Leute 
> irgendwann bemerkten, dass das zwar für die Darstellung (den Renderer) 
> enorm praktisch ist, weil die 3D-Hardware sowieso nur Dreiecke zeichnen 
> kann, für den Ersteller und Bearbeiter der Modelle (den Mapper) und 
> seine Werkzeuge jedoch extrem unpraktisch und einschränkend, solche 
> Modelle zu animieren war zum Beispiel sehr schwierig und sah am Ende 
> meist recht bescheiden aus.  Man ging in Folge dessen über die Jahre 
> wieder deutlich stärker zu parametrischen oder impliziten 
> Beschreibungsformen zurück.


kann man nicht ganz vergleichen, Du sprichst erst allgemein von 3D, dann aber 
von animierten Modellen (z.B. Figuren), die sind aber grundverschieden von z. 
B. Architekturmodellen, und auch da muss man unterscheiden zwischen dem Gebäude 
(wo alles "genau" sein sollte) und z.B. Bäumen (die nur gut aussehen müssen, 
aber nach Belieben verschoben und verbogen werden können). Es kommt immer auf 
den Zweck an, ein Modell das 3D gefräst werden soll oder für eine 
Spritzgussform dient (z.B.) wird anders gemacht und folgt anderen Regeln und 
Anforderungen als eines das in einen Film montiert werden soll.

Auch die Art des Modellierens spielt eine Rolle: wenn Du per boolscher 
Operationen Körper verbinden willst, brauchst Du am besten mathematische 
Beschreibungen dieser Körper (parametrisches Volumen-Modell), während zur 
Modellierung "von Hand"  Dreiecksnetze oder NURBS basierende Geometrie das 
Mittel der Wahl sind. 

Um unsere Umwelt parametrisch zu beschreiben (z.B. Gehwegbreite, Straßenbreite, 
Platzform) ist das Datenmodell noch nicht ausgereift genug, so kann man derzeit 
weder angeben, ob eine Ecke wirklich eckig ist, oder vielleicht rund, oder wie 
der Übergang von unterschiedlichen Breiten ausgebildet ist (Stufe, linear, ggf. 
Kurve und deren jeweilige Steigung/Spannung). Wenn man das mal können sollte, 
dann wird sehr wahrscheinlich die explizite Modellierung trotzdem einfacher und 
intuitiver sein für die Mapper verglichen mit implizierter Geometrie, vor allem 
weil man die Teile ja auch verbinden will oder eben auch nicht verbinden darf, 
je nach Situation.

Insgesamt beziehe ich mich oben fast ausschließlich auf Städte und Dörfer, 
mitten in der Pampa werden wir vermutlich nie flächendeckend Straßenflächen 
bekommen oder benötigen, ganz sicher kann man sich beim Engagement der Mapper 
allerdings nicht sein ;-)

Gruß 
Martin



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