Moin, vielleicht nochmal zum ursprünglichen Thema.
Eigentlich ist Freifunk nicht ganz die richtige Adresse. Die Freifunk-Firmware, ob Gluon oder nicht, setzt überwiegend auf OpenWRT oder jetzt auch LEDE auf. Die Entwicklung der Treiber würden ich, salopp gesagt, eher in diesen Projekten sehen. Und keine Sorge, die machen gute Arbeit! Wenn ich zusammenfasse, was ich aus den letzten Gesprächen mit Entwicklern aus den Kreisen mitgenommen haben, stellen sich die Probleme (wie ich es verstanden habe) folgendermaßen da: Die am dringendsten benötigten Ressourcen sind nach wie vor weitere Entwickler, die Aufgaben übernehmen können. Angebote für finanzielle Unterstützung sollen durchaus vorhanden sein. Daher ist es leider nicht damit getan, etwas Geld in den Raum zu werfen und anzunehmen, dass sich dann schon jemand findet. Auch kann Freifunk niemanden einstellen. Die Entwicklung eines Treibers (mit der Unterstützung durch den Hardwarehersteller) beansprucht einen Profi mehrere Wochen in Vollzeit. Soweit ich weiß, wurde z.B. die Entwicklung des mt76 Treibers für MediaTek Chips durch MediaTek unterstützt. Wenn die Hersteller wie Qualcomm Atheros oder Broadcom keine Unterstützung anbietet wird es nahezu unmöglich. Selbst wenn einzelne Entwickler den Zugriff auf die Datenblätter der Chips (z.B. aus kommerziellen Projekten) haben, dürfen sie dieses Wissen nicht für Open Source Projekte nutzen. Dafür sorgen entsprechende NDAs. Das Thema Lizenzen, Patente und anderen Legal-Quatsch spare ich mir an dieser Stelle mal. Wenn bei den großen Hersteller kein Umdenken erfolgt, wird es schwierig werden. Uns bleibt mittelfristig wohl nur, auf Hersteller zu setzen, von denen entsprechende Unterstützung kommt. Langfristig müssen wir hoffen, dass Open Source (Hardware) soviel Gewicht bekommt, dass sich mehr Chip Produzenten daran beteiligen möchten. Zu guter Letzt muss man auch schauen, ob die aktuellen Geräte überhaupt für Freifunk geeignet sind. Die Hardware ist meistens darauf ausgelegt, große Datenmengen schnell abzutransportieren. Um das zu optimieren, passieren die meisten Schritte der Datenübertragung direkt in der Hardware. Nur wenige Dinge müssen in Software erledigt werden und so sind die CPUs auch bei AC Access Points meistens Recht schwach ausgelegt. Die Freifunk-Firmware beansprucht durch zusätzliche Dienste eher die CPU und kann u.A. die Hardwarebeschleunigung nicht nutzen. Aktuell fällt das zum Beispiel beim schlechten VPN Durchsatz auf. Auch ein UAP-AC-HD wird vermutlich keinen FTTH-Anschluss ausreizen können. Für die neuen Techniken, die wir uns in Zukunft wünschen, wie neue, leistungsfähigere Mesh- und Routing-Protokolle, wird auch diese neue Hardware wohl kaum zu gebrauchen sein. Ihr seht also, das Thema Hardware bleibt spannend! Allgemein zum Thema AC Wave2: Gerne würde ich MU-MIMO auch bei Open Source Router und Freifunk sehen; alleine um die "Frequenz-Rangelein" mit meinen Nachbarn etwas entschärfen zu können. Von der anderen Seite aus betrachtet: Ich habe privat so ein AC Wave2 4 Stream MU-MIMO “Monster” im Einsatz. Aktuell kann ich dadurch keinen Vorteil feststellen. Das liegt einfach daran, dass keins meiner WLAN-fähigen Geräte MU-MIMO unterstützt und die original Hersteller-Software hat auch noch mit einigen dicken Problemen zu kämpfen hat. Dennoch würde ich jedem empfehlen, bei einer neuen Investition jetzt schon auf Wave2 zu setzen. Der Standart ist ein wichtiger Schritt zur effizienteren Bandbreitennutzung. Gruß Björn > On 9 Feb 2017, at 23:24, Stefan Roßkopf <[email protected]> wrote: > > Ja, gut. An Internet via Kabel hatte ich jetzt gar nicht gedacht, weil ich da > vermieterseitig an Martens gebunden wäre, und ich kane Lust auf Verträge mit > einer Mindestvertragslaufzeit von schlappen 24 Monaten hätte. > Telekom behauptet bei mir, DSL100/40 sei bei mir technisch nicht möglich, > obwohl der entsprechende DSLAM 50m entfernt ist und die Fritzbox was von > einer hinreichenden Leitungskapazität erzählt (und hier auch reale 50/10 > ankommen. > > Ich gehe trotzdem davon aus, dass für die meisten privaten > Freifunkinstallationen die üblichen TP Links nicht der begrenzende Faktor > sind, was die Netznutzung angeht, sondern das diese innen in irgendwelchen > Räumen stehen und außen halt nur nen megaschwaches WLAN- Signal ankommt- > sofern überhaupt nen Freifunksignal an der auf der Map eingezeichneten > Position findbar ist. Daran hapert es leider ziemlich oft- auf > Geschwindigkeit kommt es mir jedenfalls weniger an, wenn ich gezielt nach dem > nächsten Freifunkrouter schaue, sondern darauf, überhaupt was zu empfangen. > Hier in der Nachbarschaft weiß ich mittlerweile, zu welchen Knoten ich mir > ein hingehen sparen kann- die stehen dann wohl irgendwo mittig in einer > Wohnung statt draußen auf der Fensterbank. > Die Nutzung meines Knotens hat sich jedenfalls merklich gesteigert, seit > dieser draußen steht - also vielleicht lieber die Leute motivieren, mal ne > Vorratsdose zweck zu entfremden (“Vorratsdosenrouter gegen die > Vorratsspeicherung“ oder so?), statt sich Gedanken um relativ teure > Routermodelle zu machen. > Wobei, ich staune ja selbst ein wenig, dass meine Bastellösung schon so lange > durchhält. Aber ob ich da nun meine 50 mbit oder ne 100mbit- Leitung mit > irgend einem Megarouter auf der Fensterbank stehen hab... Für die Straße, wo > ich wohne reicht der tplink in seiner Vorratsdose locker. :=) > > Grüße, Stefan / Kiezkickerde > > Am 9. Februar 2017 22:50:27 MEZ schrieb Christoph Reimers > <[email protected] <mailto:[email protected]>>: > 20144 Hamburg 100Mbit (20up) Wilhelm.tel für 24,99€ oder für etwas mehr über > VDSL von der Telekom 100Mbit (40up).. Auf der anderen Straßenseite gibt es > 400Mbit von Vodafone über Kabel.. > Bei meinen Eltern 200Mbit FTTH aufm Dorf.. > > -- > Christoph Reimers > > Von: [email protected] <[email protected]> > <mailto:[email protected]> > Antworten: Die Freifunk Hamburg Mailingliste <[email protected]> > <mailto:[email protected]> > Datum: 9. Februar 2017 at 22:41:41 > An: Die Freifunk Hamburg Mailingliste <[email protected]> > <mailto:[email protected]> > Betreff: Re: [Freifunk-Hamburg] Ubuquiti Unifi AC HD > >> Kabel Deutschland - real sind es bei mir 80 Mbit ;-) >> >> >> Am 09.02.2017 um 19:55 schrieb Stefan Rosskopf: >>> >>> (Und jetzt mal sachlicher: Wer bietet in Hamburg denn für Privatpersonen >>> bezahlbare entsprechende "moderne Internetanschlüsse mit 100 MBit >>> aufwärts" an?) >>> >>> Grüße, Stefan >> >> >> _______________________________________________ >> Freifunk mailing list >> [email protected] >> https://www.hamburg.ccc.de/mailman/listinfo/freifunk > > -- > Diese Nachricht wurde von meinem Android-Gerät mit K-9 Mail gesendet. > _______________________________________________ > Freifunk mailing list > [email protected] <mailto:[email protected]> > https://www.hamburg.ccc.de/mailman/listinfo/freifunk > <https://www.hamburg.ccc.de/mailman/listinfo/freifunk>
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